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Zeichen der Zuversicht

Live Tätowierung in der Liebfrauenkirche Frankfurt
Zeichen der Zuversicht
Zeichen der Zuversicht
© Annette Krumpholz

Das Tätowieren ist eine uralte christliche Tradition, es gibt sie sogar länger als die tridentinische Messe. Im Mittelalter versuchten die Franziskaner die Leiden Christi erfahrbar zu machen – auch mit Tätowierungen. Zudem findet man in vielen Pilgerberichten Erzählungen darüber, dass in Jerusalem, Santiago de Compostela und weiteren Pilgerorten insbesondere Franziskaner die Wallfahrer tätowiert haben. Es gab seinerzeit kein Stempelheft, um seine Pilgerfahrt zu dokumentieren. Vor hunderten von Jahren zeigte man seinen Arm, seine Hand vor um darauf einen Stempel zu bekommen, oder eben direkt etwas Bleibendes: ein Tattoo. Auch einige Kreuzzügler tätowierten sich, um christliche Zeichen an sich zu tragen. Zu der damaligen Zeit hatte man eben keine Ausweispapiere bei sich und der eigene Körper war das stabilste Medium, um sein Christsein zu dokumentieren. Koptische Christen stechen bis heute ein Kreuz unter die Haut – am rechten Handgelenk oder auf dem Handrücken. Alternativ gibt es vier Kreuzpunkte an der Fingerwurzel. Gerade in muslimisch geprägten Gesellschaften galt ein christliches Zeichen unter der Haut über Jahrhunderte als bleibendes Erkennungszeichen.

Heute sind die bunten Bilder, monochromen Symbole oder geschwungenen Linien längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jede vierte Bundesbürgerin ist tätowiert. Bei der Altersklasse zwischen 25 und 45 Jahren ist es sogar knapp jede zweite. Darunter sind selbstverständlich auch viele Menschen, die sich selbst als religiös oder insbesondere christlich bezeichnen. Sie leben nun einmal nicht isoliert von einer Gesellschaft, in der die Hautbilder eine Selbstverständlichkeit und ein modernes Zeichen der individuellen Geschichte sind.

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